Piraten verzichten auf Podiumsdiskussion mit einzig möglichem Kandidaten

Anfang August hatte der Kreisverband Bergstraße der Piratenpartei Deutschland zum Einreichen von Vorschlägen für einen möglichen Bürgermeisterkandidaten in Bürstadt aufgerufen. Bis zum 31. August sind über die eigens hierfür eingerichtete Webseite unter casting.piraten-bergstrasse.de sechs Vorschläge eingegangen.
 
 
»Es wurden nun alle vorgeschlagenen Personen kontaktiert. Eine der sechs Personen hat zugesagt für die Piratenpartei anzutreten. Mit diesem Menschen gehen wir direkt zur Aufstellungsversammlung am 21. September. Wir bedauern es sehr, den Bürstädter Bürgerinnen und Bürgern nicht wie ursprünglich geplant eine Podiumsdiskussion bieten zu können«, so Johannes Britz, Pressesprecher des Kreisverbandes.
 
Die Aufstellungsversammlung für den Bürgermeisterkandidaten wird am 21. September ab 19 Uhr in der Gaststätte »Ratskeller« in der Peterstraße 24 stattfinden.
 
»Der verbliebene und vielversprechenste Kandidat, macht uns Mut für den Wahlkampf. Der Vorschlag kam von den Bürgerinnen und Bürgern und wir werden den Weg mit den Bürgern weitergehen. Klarmachen zum ändern, für unsere Stadt.«, so Britz abschließend.

Kommentare

Und nun?

Es war ja spannend mit zu bekommen, dass man ein Casting zur Kandidatenwahl veranstaltet. Aus diesem Casting ein Kandidat übrig bleibt. Wenn auch dieses Casting scheinbar etwas unglücklich verlaufen ist, war es ja wohl so, dass (unter Anderem laut diesem Bericht hier) dieser übriggebliebene Kandidat offiziell aus Kandidat der Piraten angekündigt wurde.
Dann soll diesem Kandidat mitgeteilt worden sein, dass es an dem Findungsverfahren vorbei weitere Kandidaten nominiert werden sollen.
Wohl gemerkt, nachdem man diesen Kandidaten offiziell als Bürgermeisterkandidat der Piraten vorgestellt hatte.

Ganz spannend wird es, dass nun später heraus kam, das der Pressesprecher Britz sich selbst an allen Findungsprozessen vorbei als Kandidat aufstellen wollte.
Das daraufhin Herr Ohl nicht bereit ist, mit einer Partei zusammen zu arbeiten, die Ihre eigenen regeln nicht einhält und das auch noch durch eine Person, die diese als Pressesprecher sozusagen verkörpern soll, finde ich verständlich.

Und das nun so gar nichts kommt, ist jämmerlich und erbärmlich!

Was soll denn nun kommen?

Was soll denn nun kommen? Jede Reaktion des Kreisverbandes bzw. des Kreisvorstandes würde bloß aus dem Reich der Spekulationen und Vermutungen entspringen. Die Sache scheint nicht aufklärbar zu sein. Es gibt widersprüchliche Aussagen beider Beteiligten und die vorhandenen Presseberichte mischen diese Aussagen und garnieren sie mit eigenen Schlussfolgerungen. Eine Reaktion ohne möglicherweise fehlerhafte Schuldzuweisung ist leider nicht möglich. Auch dafür stehen die Piraten.

Fakt ist:
- Für eine rechtliche Aufstellung ist eine formale Aufstellungsversammlung notwendig. Die gesetzlichen Regelungen lassen hier zwar viel Freiraum, was z.B. das Wahlverfahren angeht, aber alles was an Casting vorgeschaltet ist, ist aus rechtlicher Sicht leider irrelevant. Für Piraten ist ein Bürgervotum aber sehr wohl moralisch bindend.
- Dass es im Anschluss an das Casting diese formale Aufstellungsversammlung geben wird (= geben muss), wurde am Anfang des Castings kommuniziert. Der hier kommentierte Artikel sagt auch nichts anderes. Zitat: "Eine der sechs Personen hat zugesagt für die Piratenpartei anzutreten. Mit diesem Menschen gehen wir direkt zur Aufstellungsversammlung am 21. September."
- Vor der Wahl auf einer formalen Aufstellungsversammlung ist niemand Kandidat im Sinne von "Kandidat der Piraten auf dem Wahlzettel der Bürgermeisterwahl", sondern erst mal nur "Kandidat für die Aufstellungsversammlung", selbst wenn die formale Aufstellung bei nur einem Kandidaten eigentlich sicher sein sollte. Die deutsche Sprache lässt hier aber leider keine scharfe Trennung mit nur einem Wort zu. Allgemein ist die Presse auch schnell dabei hier keine Unterscheidung zu treffen. Im speziellen Fall ist mir aber kein Pressebericht bekannt, der die falsche Deutung des Begriffs Kandidat suggeriert hätte und es wurde von Seiten der Piraten auch nie in falscher Weise kommuniziert.
- Eine weitere Kandidatur - von wem auch immer - auf der Aufstellungsversammlung kann rechtlich nicht verhindert werden. Es muss auch jedem Kandidaten die Möglichkeit gegeben werden sich vorzustellen etc. Würde das nicht geschehen, wäre die Aufstellungsversammlung fehlerhaft verlaufen, anfechtbar, nichtig und zusätzlich noch mit falschen eidesstattlichen Versicherungen versehen.
- Eine am Casting vorbei laufende weitere Kandidatur hätte aber mit Sicherheit sehr bohrende Fragen bei der Kandidatenvorstellung gegeben. Man hätte es hinterher vermutlich als Entrüstung bezeichnen können.
- Es kann daher keine Rede davon sein, dass "die Piraten" über eine Hintertür weitere Kandidaten aufstellen wollten. Im Gegenteil: Die Schwarmintelligenz der Piraten wird hoffentlich niemals Kandidaten wählen, die sich einem vorher stattgefundenen Casting mit Bürgerbeteiligung nicht gestellt haben.
- Ein Pirat ist keine Piratenpartei. Egal wann und bei welchem Thema, eine Partei besteht nicht nur aus einer Person und es ist nicht bloß eine Meinung oder eine Aussage eines einzige Piraten maßgebend. Selbst wenn es sich hierbei um den Bundesvorsitzenden handeln würde.

Daher sind diese Ausführungen auch nur eine Einzelmeinung, die ich aber sehr wohl mit dem Piratengedanken vereinbar halte.

An welcher Stelle einer oder mehrere dieser Punkte von einer oder mehreren Personen missverstanden oder missachtet wurde, wage ich hingegen nicht zu beurteilen. Möglich ist, dass die Sache rückwirkend von einer oder mehrerer Personen falsch dargestellt wird. Ebenso ist es möglich, dass eine oder mehrere Personen missverständlich aneinander vorbei geredet haben.

Doch egal wie es gelaufen ist. Selbst wenn es eine konkrete Antwort geben könnte, geht es nicht darum den oder die Schuldigen "zu köpfen", sondern daraus zu lernen und es beim nächsten Mal besser zu machen. Und damit sind nicht nur Piraten gemeint, egal ob direkt beteiligt oder nicht, sondern auch Presse und Bevölkerung. Wir alle sollten dieser Form der Bürgerbeteiligung eine Chance geben, auch wenn das Projekt für Bürstadt 2013 - warum auch immer - leider gestolpert ist.

Ich wünsche den beiden Kandidaten Bauer und Ohl auf jeden Fall viel Erfolg für die Bürgermeisterwahl.

Spekulationen?

Hallo gast vom 25 September, 2012 - 19:49

Interessant, wie schnell man alles in das Reich der Spekulation stellt. Fakt ist, dass der Autor des kommentierten Beitrages sich selbst, entgegen des vereinbarten Findungsvorgehen am Willen der Schwarmintelligenz vorbei als Kandidat präsentieren wollte. Ebenso ist Fakt, das der Autor dieser Zeilen der zuständige Pressesprecher der lokalen Piraten ist.
Das er dann auf Grund der schlechten "Öffentlichkeit" direkt einen Rückzieher gemacht hat, ändert nichts an der Tatsache, das er versucht hat sich entgegen jedem angeblichen Demokratieverständnis der Piraten (Basisdemokratie und Transparenz) als Kandidat einzubringen.
Diese von den Piraten geforderte Transparenz erfordertr im Gegentei die von dem ersten Kommentator verlangte Reaktion, zumindest von dem Pressesprecher Johannes Britz.
Aber wie so oft wird dann geschwiegen.
So ist das, wenn man selbst die Folgen des eigenen Anspruchs zu schmecken bekommt.

http://ppwi.de/gedanke/projek

http://ppwi.de/gedanke/projekt-buergermeistercasting-und-die-folgen.aspx
So arbeitet man das korrekt auf. Aber die Bergsträßer Piraten haben es ja nicht so mit der Transparenz, siehe Rücktritt im Vorstand ohne Kommentar mit den Beweggründen o.ä. auf der Seite um nur ein Beispiel zu nennen.