Verschlechterungen bei Kinderbetreuung von Hessens Regierung (CDU/FDP) geplant

Piratengedanken sind Meinungen von Mitgliedern, die keine offiziellen Positionen der Piratenpartei Bergstraße darstellen. 
 
CDU und FDP haben im hessischen Landtag einen Gesetzesentwurf zur Änderung des Hessischen Kinderförderungsgesetzes (KiföG) eingebracht, das zum 1.1.2014 in Kraft treten soll. Was sich dem Namen nach positiv anhört, birgt aber jede Menge Verschlechterungen für Kinder, ErzieherInnen und Eltern.
Durch die für 2014 geplante Änderung des hessischen Kinderförderungsgesetzes verschlechtert sich die Qualität im Bereich der frühkindlichen Betreuung.

Die wichtigsten Kritikpunkte sind im Einzelnen:

• Die Novellierung von KiföG bedeutet weniger bedarfsgerechte Betreuung in Gruppen mit Kindern unter 3 Jahren.

• Auch in Inklusionsgruppen soll die maximale Gruppengröße von 18 auf bis zu 25 Kinder angehoben werden. Integration von Kindern mit Förderbedarf wird beim personellen Bedarf und bei der Gruppengröße somit nicht berücksichtigt. Der vorgesehene finanzielle Zuschlag deckt die Erfordernisse bei weitem nicht ab. Die Integration von Kindern mit Förderbedarf in eine Gruppe mit bis zu 25 Kindern ist schlicht unmöglich.

• Bei den erforderlichen Fachkraftstunden können 20% pädagogische Laien eingerechnet werden. Dies entspricht einer Entprofessionalisierung des Berufsstandes von Erzieherinnen und Erziehern. Gleichzeitig werden weniger pädagogische Fachkräfte das Kerngeschäft einer Kindertageseinrichtung bewältigen müssen.

• Die Öffnungszeiten von Kitas in ihrer jetzigen Form gehen schon oft an den tatsächlichen Bedürfnissen der Eltern vorbei. Kifög führt u.U. zu kürzeren Öffnungszeiten. Viele Eltern benötigen jedoch flexiblere und längere Öffnungszeiten. So wird nur noch eine maximale wöchentliche Öffnungszeit von 42,5 Stunden bezuschusst, also beispielsweise täglich von 7:30 bis 16:00 Uhr. Die Ausgestaltung von bedarfsgerechten Öffnungszeiten wird nicht gefördert, elterliche Bedarfe zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf werden nicht berücksichtigt.

• Die Vergrößerung von Gruppengrößen bei gleichem Raumangebot führt zu Raumnot. Ein Vergleich: Für Krippengruppen (0 bis 3 Jahre) sind 3,3 qm pro Kind vorzusehen. Im Elementarbereich (3 bis 6 Jahre) sind für Ganztagsgruppen 3, für Halbtagsgruppen 2 qm pro Kind erforderlich.   Ein Hund im Zwinger wird übrigens artgerecht mit 6-10 qm gehalten.

• Sprache und Kommunikation sind wichtige Mittel der Integration. Wenn ErzieherInnen mehr Kinder betreuen müssen, bleibt weniger Zeit für Kommunikation, auch mit Kindern, die eigentlich mehr Kommunikation bedürfen.

• Eine größere Gruppe hat eine höhere Belastung der Erzieher*innen zur Folge. Dies kann zu häufigeren Ausfällen durch Krankheit bis zu Burn-Out-Erscheinungen führen.

Daher meine Aufforderung:

Protestiert gegen das Hessische Kinderförderungsgesetz!
z.B. mit Unterstüzung von Onlinepetition zum KiföG

https://www.openpetition.de/petition/online/protest-gegen-das-hessische-...